Emilija Škarnulytė – Waters call me home

Emilija Škarnulytė Waters call me home

8. November 2025 bis 15. Februar 2026 | Kunsthaus Graz, Space01

Die litauische Künstlerin Emilija Škarnulytė, geboren 1987 in Vilnius, arbeitet an der Schnittstelle von Dokumentation und Imagination. Ihre Filme und Installationen bewegen sich zwischen kosmischen Zeithorizonten, geologischen Formationen und politischen Strukturen. In ihrer Einzelausstellung Waters call me home im kuppelförmigen Space01 des Kunsthauses Graz entfaltet sie eine atmosphärische Welt aus Video, Licht, Sound und Artefakten, die weit über das rein Menschliche hinausweist.

Bilder jenseits der menschlichen Perspektive

Škarnulytė ist bekannt für Arbeiten, die in Tiefensysteme vordringen – unter Wasser, unter der Erde oder in Sphären, die gewöhnlich verborgen bleiben. Ihre Filme zeigen Orte, an denen geologische Zeit und menschliche Geschichte ineinandergreifen. Die Künstlerin sieht die Welt als Gefüge aus sichtbaren und unsichtbaren Strukturen, deren Spannungen sich in ihren poetischen Bildern verdichten.

Ihre mythologischen Figuren – allen voran die Sirenomelia, eine von ihr selbst verkörperte Gestalt, die auf Urmythen der Meerjungfrau verweist – sind Vermittlerinnen zwischen Epochen, Elementen und Welten. Sie bewegen sich in Landschaften, die vom Menschen gezeichnet sind und zugleich neugeschrieben werden.

Mythologie, Ökologie und die Frage nach Zukunft

Die Ausstellung verbindet archaische Symbolik mit aktuellen ökologischen Krisen. Škarnulytė thematisiert die Folgen menschlicher Eingriffe in Ozeane, Landschaften und geologische Schichten. Zugleich eröffnet sie eine Perspektive der Hoffnung: In Zwischenräumen, abseits menschlicher Kontrolle, könnte Leben nach der Zerstörung bestehen bleiben.

Ihre Werke schlagen eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Mythen und wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die kunstvolle Verdichtung von Bild, Ton und Raum schafft Erzählungen, die nicht linear, sondern organisch wirken – wie Strömungen, die Erinnerungen, Zukunftsbilder und Emotionen tragen.

Eine immersive Rauminstallation im Space01

Für den kuppelförmigen Raum des Kunsthauses entwickelt Škarnulytė eine Installation, die Besucherinnen und Besucher vollständig umhüllt. Video, Licht und Sound legen sich wie Schichten über den Raum und schaffen eine Form des Eintauchens, in der das Verhältnis zwischen Mensch und Umwelt neu erfahrbar wird.

Kuratiert wurde die Ausstellung von Katia Huemer und Alexandra Trost, die Škarnulytės Werk in eine präzise, stimmige Dramaturgie einbetten.

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