Mädchen sein – Vom Tafelbild zu Social Media

Mädchen sein Lentos Ausstellung

bis 6. April 2026 | Lentos Kunstmuseum Linz

Die Ausstellung „Mädchen sein – Vom Tafelbild zu Social Media“ im Lentos Kunstmuseum widmet sich einem Thema, das heute präsenter ist denn je. Sie untersucht, wie Mädchen über Jahrhunderte hinweg in der Kunst dargestellt wurden und wie sich diese Bilder im Zuge gesellschaftlicher Veränderungen und digitaler Medien weiterentwickelt haben.

Bilder, die Geschichte schreiben

Das Lentos setzt am historischen Anfangspunkt an: frühe Tafelbilder, religiöse Motive und allegorische Darstellungen formen über Jahrhunderte ein Rollenmodell, das Mädchen selten als Handelnde, sondern als symbolische Figuren zeigt. Die Ausstellung macht sichtbar, wie stark diese Bildtraditionen geprägt haben – und wie sie bis heute, oft unbewusst, nachwirken.

Neun thematische Kapitel – ein weiter Bogen durch die Zeit

Aufgeteilt in neun thematische Kreise führt die Schau über mehrere zeitliche Etappen hinweg bis in die Gegenwart. Der Bogen reicht von frühen Porträts über bürgerliche Mädchenbilder des 19. Jahrhunderts bis zu Werken der Moderne, in denen erstmals Individualität, Selbstbewusstsein und ein eigenes Lebensgefühl sichtbar werden.

Mit über 150 Exponaten internationaler Künstlerinnen und Künstler entsteht ein facettenreicher Überblick darüber, wie unterschiedlich Mädchen wahrgenommen, interpretiert und dargestellt wurden.

Gegenwart: Selbstbestimmung, Social Media und Identität

Zeitgenössische Kunst bildet einen Höhepunkt der Ausstellung. Die Werke thematisieren Coming-of-Age, Selbstoptimierung, Social Media, Diversität, Inklusion und die fluiden Geschlechtermodelle der Gegenwart. Mädchen erscheinen hier nicht mehr als Projektionsflächen, sondern als Akteurinnen.

In vielen Arbeiten geht es um Selbstinszenierung, um den Wunsch gesehen zu werden, aber auch um die Ambivalenzen digitaler Sichtbarkeit. Die Ausstellung zeigt, wie Social Media das Bild des Mädchens verändert hat – und wie es zu einem Raum geworden ist, in dem Rollenbilder neu verhandelt werden.

Kuratorische Handschrift und Gestaltung

Kuratiert wurde die Ausstellung von Brigitte Reutner Doneus.
Für die Ausstellungsarchitektur verantwortlich: Margit Greinöcker und Tobias Hagleitner.
Das interaktive Raumkonzept „Das Zimmer“ stammt von Cécile Belmont in Zusammenarbeit mit der Kunstvermittlung des Lentos.

Gerade dieses Vermittlungsprojekt setzt einen wichtigen Akzent, da es Besucherinnen und Besuchern ermöglicht, eigene Erfahrungen, Wahrnehmungen und Rollenbilder einzubringen.

Ein aktueller Blick auf ein zeitloses Thema

„Mädchen sein“ im Lentos Linz ist eine Ausstellung, die historische Tiefe mit gesellschaftlicher Aktualität verbindet. Sie öffnet den Blick für die Vielschichtigkeit eines Begriffs, der sich ständig verändert, und lädt dazu ein, über Rollenbilder, Erwartungen und Selbstbestimmung im heutigen digitalen Zeitalter nachzudenken.

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